Männer sind oberflächliche Arschlöcher

Männer sind oberflächliche Arschlöcher. Das mag im ersten Moment nicht wirklich schmeichelhaft klingen, entspricht aber meiner eigenen Erfahrung. Warum das so ist und was das mit Verführung und Pick Up zu tun hat, erfährst du im folgenden Beitrag.

Proportionalität Schönheit zu Angst

Gerade als ich noch am Anfang stand, bestand eine klare Proportionalität zwischen der Schönheit einer Frau und dem Grad meiner Ansprechangst. Also je schöner die Frau, desto ausgeprägter äußerte sich meine Ansprechangst.

Value-Probleme

Was sagt das über mich, die Frau und meine Angst aus? Nun, der Ursprung der Ansprechangst wird ja unterschiedlich hergeleitet. Aber prinzipiell geht es darum, dass das eigene Unterbewusstsein der schönen Frau einen hohen Wert im Vergleich zum eigenen Wert beimisst. Eine schöne Frau wird eben evolutionär als gute Chance gesehen, dass die eigenen Gene überleben, da ihre Gene wahrscheinlich auch in Zukunft hochwertige Nachkommen ermöglichen. Meine Angst sagte also aus, dass ich diese schöne Frau unterbewusst als wertvoller als mich selbst ansehe und deshalb übermäßig ausgeprägte Angst habe, dass diese Frau eine Nummer zu groß für mich ist.

Selbstwert

Die eine Seite dieses eigenwilligen Value-Konstrukts ist dann natürlich mein Selbstwert. Wenn ich den von vornherein unter dem einer schönen Frau einordne, sagt das sehr viel über meine Selbstwahrnehmung aus. Es sagt aus, dass ich mich mit allen meinen Talenten, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Erfahrungen, Leistungen und Erfolgen als weniger wertvoll erachte als eine Frau, die einfach NUR schön ist. Ich weiß ja, bevor ich die Frau angesprochen habe, noch gar nichts über sie – außer dass sie schön ist. Das zeigt schon, dass die Ansprechangst in dieser Form völlig irrational ist und heute keine wirkliche Berechtigung mehr haben kann.

objektiver Wert einer schönen Frau heute

Auf der anderen Seite drängt sich dann natürlich die folgende Frage auf: Bemisst sich der Wert einer Frau heute wirklich noch so sehr nach ihrem Äußeren? Ich denke, hier muss man ganz stark zwischen unterschiedlichen Menschen und Gruppen unterscheiden.

schöne Frauen in Werbung, Medien und Vertrieb

Wenn ich mir die Oberflächlichkeit von Werbung und (vielen) Medien anschaue, muss ich tatsächlich der Meinung sein, dass nur schöne Frauen wertvoll sind. Von jedem Plakat, von jeder Leinwand und jedem Bildschirm lächeln einem die schönsten Models als Versuchung entgegen, um einen von Konsumgütern und sonstigen Freudenquellen zu überzeugen. Und auch die meisten meiner Freunde starren noch in jedem Restaurant und in jeder Bar der schönsten Kellnerin so lange hinterher, bis mir dabei fast schlecht wird. Es scheint: Nur die schönste Kellnerin ist von hohem Wert; ihre weniger ansehnlichen Kolleginnen scheinen kaum Beachtung zu finden.

tatsächlicher Wert der Schönheit einer Frau

Dabei geht eine solche Einstellung nach meiner Erfahrung total an den Verhältnissen der Wirklichkeit vorbei: Die Schönheit einer Frau ist eigentlich für einen Mann vollkommen wertlos. Die Schönheit einer Frau ist eigentlich nur für das Ansprechen durch den Mann von Bedeutung. Mann sieht Frau, Mann findet Frau attraktiv, Mann spricht Frau an. Danach ist das Aussehen der Frau ihr nicht mehr von echtem Nutzen.

tatsächlicher Wert der Persönlichkeit einer Frau

Nachdem ich eine Frau angesprochen habe, interessiert mich natürlich nur noch ihre Persönlichkeit: Was sind ihre Träume, Leidenschaften, Interessen, Werte und ihre Vergangenheit. Erst mit diesen Informationen kann ich etwas anfangen – oder auch nicht. Wenn sie schön aber uninteressant ist, kann ich die Frau nicht verführen. Beziehungsweise genau genommen kann ich mich selbst eigentlich nicht dazu verführen, diese Frau zu verführen. Deshalb sind für mich die folgenden Eigenschaften in jeder Frau zunehmend wichtiger geworden: Intelligenz, Zärtlichkeit, Offenheit, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und uneingeschränkte Loyalität.

Nice Guys sind oberflächlich

„Zunehmend wichtiger geworden“ weil ich mich damit auf meine Zeit seit Pick Up beziehe. Vor Pick Up sah die Sache anders aus: Wenn ich früher eine schöne Frau angesprochen habe, habe ich mir erst in die Hose gemacht und bin dann vor (oder besser: „unter“) ihren Augen im siebten Himmel gewesen. – Ihre Schönheit betörte mich nicht nur, sondern betäubte mich sogar. Alle meine Spinnensinne meldeten: Diese Frau passt perfekt zu dir; wenn du dich mit ihr paarst, werden deine Gene noch Jahrtausende überleben. 😉 Dass ich zu diesem Zeitpunkt nicht einmal ein Tausendstel dieses Charakters kennengelernt hatte, war vollkommen irrelevant.

…, weil sie sich blenden lassen

Ich ließ mich also buchstäblich von ihrem Aussehen über ihr Wesen hinwegblenden. Dass das für meine eigenen Interessen nicht unbedingt förderlich war, ist klar. In der Folge schlitterte ich immer wieder in Verbindungen zu Frauen, die mich zwar optisch betörten, mein Interesse aber selten lange genug aufrecht erhalten konnten. Schon aus eigenem Interesse sollte jeder Mann daher seine (wenn auch natürliche) oberflächliche Einstellung hinterfragen und gegebenenfalls überdenken.

Frauen kennen die Grenzen ihrer eigenen Schönheit

Frauen haben dieses Problem mal wieder intuitiv über die Jahrtausende von ganz allein geregelt: Ein Mann, der nur auf ihr Äußeres fixiert ist, wird für die meisten Frauen sehr schnell sehr uninteressant. Frauen sind in dieser Hinsicht nach meiner Erfahrung auch deutlich weitsichtiger: Sie wissen, dass ihre Schönheit mit der Zeit verblassen wird (objektiv des Alters wegen und subjektiv, weil der Mann sich früher oder später an ihnen „satt gesehen“ hat). Daher sollte ein Mann, der um die Gunst einer schönen Frau wirbt, stets in Erinnerung behalten, dass er diese Frau nur dann zu irgendetwas bewegen wird, wenn er eine ehrliche und tiefe Verbindung zu ihr aufbauen kann. Und das geht logischerweise nicht über Oberflächlichkeiten sondern über innere Werte.

Komplimente mit Tiefgang

Das fängt schon bei den Komplimenten an: Man sollte meinen, dass nichts natürlicher ist, als einer schönen Frau ein Kompliment für ihr schönes Äußeres zu machen. Aber genau darin liegt schon der Fehler. Schöne Frauen bekommen ständig Komplimente für ihr schönes Aussehen. Wenn du also einer schönen Frau ein Kompliment für ihr Aussehen machst, unterscheidest du dich kein Bisschen von all den anderen Typen vor dir. Du stichst nicht aus der Masse hervor für diese Frau , sondern bist stattdessen einer wie alle anderen.

Und auch aus Sicht der Frau ist dieses Kompliment für ihr schönes Aussehen nur bedingte Freude wert:

  1. Hat sie dieses Kompliment sogar am gleichen Tag wahrscheinlich schon mehrfach gehört; du langweilst sie einfach.
  2. Zeigst du damit, dass du ein oberflächlicher Typ bist, der nur das Offensichtliche aussprechen kann, anstatt sich die Mühe zu machen, diese Frau kennenzulernen.
  3. Bist du damit keine Herausforderung mehr. Du gibst ihr bereits Komplimente, ohne dass sie dafür arbeiten musste.

Halo Effekt

Dass das attraktive Aussehen auch jenseits evolutionärer Diskussionen eine starke Wirkung auf die konkrete Wahrnehmung einzelner Personen haben kann, wird unter dem sogenannten Halo Effekt diskutiert. Kurz zusammengefasst beschreibt der Halo Effekt das Phänomen, dass Menschen, die attraktiv auf andere wirken, von diesen weitere positive Charaktereigenschaften zugeschrieben bekommen, für die eigentlich kein Anlass besteht. Also um bei unserem Bespiel mit der x-beliebigen schönen Frau zu bleiben: Nach dem Halo-Effekt dichten wir ihr aufgrund ihrer Schönheit unbewusst weitere positive Charaktereigenschaften an. Der Halo-Effekt könnte also die Ansprechangst bei schönen Frauen verstärken, weil wir aufgrund ihrer Schönheit annehmen, dass sie uns auch in anderen Eigenschaften outperformen.

Player haben Tiefgang

Nun wissen wir also, dass Männer evolutionär bedingt oberflächliche Arschlöcher sind. Aber ist das unbedingt so und muss das immer so bleiben?

Nein und nein, die wohlige Ausnahme von dieser scheinbaren Regel sind Player. Denn durch das regelmäßige Ansprechen, Kennenlernen, Daten und Verführen von Frauen treten einige Veränderungen ein, die vor diesem Hintergrund nicht zu unterschätzen sind.

  1. Die Ansprechangst verschwindet weitgehend. Das heißt, das auch die bei schöneren Frauen besonders ausgeprägte Ansprechangst zunehmend verschwindet. Schöne Frauen werden damit zu einer Frau wie jeder anderen.
  2. Das sorgt für ein befreiteres Auftreten diesen gegenüber, deutlich weniger Fixierung auf Äußerlichkeiten und damit mehr Raum zum Kennenlernen des Charakters.
  3. Aufgrund der Abundance (immer mehrere Freundinnen, immer mehrere warme Telefonnummern im Handy und die Fertigkeit, jederzeit und an jedem Ort neue wunderschöne Frauen kennenlernen zu können), ist der Player in einer Situation, dass die Frau ihn nach dem Ansprechen von sich überzeugen muss.

Und das scheint mir für Frauen wie Männer die deutlich gesündere Herangehensweise zu sein. Nicht andersherum, wie es viele „normale“ Männer sonst praktizieren: Man scheint, sie sind bereit, jeglichen charakterlichen Makel zu ertragen, solange sie dafür nur mit dem Mädel ins Bett „dürfen“.

Aussehen nach dem Ansprechen fast unwichtig

Heute widme ich dem Aussehen einer Frau kaum noch Zeit und Aufmerksamkeit. Das Aussehen einer Frau hat biologisch nur die eine Aufgabe: mich, den Mann, zum Ansprechen zu bewegen. Alles danach ist Persönlichkeit. Persönlichkeit, Persönlichkeit, Persönlichkeit! Und jeder, der das nicht verstanden hat, wird wieder in die nächste unglückliche Beziehung rutschen. Dadurch habe ich aber eben auch gelernt: Intelligenz ist sexy. Eine intelligente und kulturell interessierte Frau kann mich reizen, auf andere als die oberflächliche Art.

Ich merke, dass ich von einem oberflächlichen Arschloch zu einem mit Tiefgang geworden bin. 😉

Versteh‘ mich nicht falsch: Es ist schön, eine schöne Frau an seiner Seite zu haben. Aber man sollte sich immer fragen, wieviel von diesem schönen Gefühl eigentlich vom eigenen Ego ausgelöst wird. Dann erfreut man sich nicht mehr an der schönen Frau sondern daran, dass man sie scheinbar „besitzt“. Eine fatale Einstellung.

 

Fazit

Dass wir Männer „oberflächliche Arschlöcher“ sind, hängt also primär mit unserer evolutionären Entwicklung und dem Umstand, dass unsere Körper und unser Unterbewusstsein noch auf Zustände von vor 5.000 Jahren programmiert sind, zusammen. Dass diese Oberflächlichkeit weder kurz- noch mittel- oder langfristig für die Verführung oder die Beziehung zu einer Frau förderlich ist, ist offensichtlich. Frauen werden einem allzu oberflächlichen Mann nie wirklich vertrauen können und wenn sie es tun, bereuen sie es später umso stärker. Zwei Faktoren, die jeder gute Verführer berücksichtigen sollte.

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