Wenn State und Frame einbrechen

Eine gute Freundin fragte mich letztens, ob mein State (sie verwendete nicht exakt dieses Wort, aber sie meinte es :-)) auf tönernen Füßen stehen würde, weil ich so viel Aufwand dafür betreibe, ihn aufrecht zu erhalten. Die Frage konnte ich ihr natürlich nicht sofort und exakt beantworten. – Ich konnte ja nicht wissen, wie gut oder schlecht mein State hypothetisch auf irgendwelche Ereignisse reagieren würde.

Aber es kam vor ein paar Tagen nun tatsächlich dazu, dass erst mein State einbrach und mit ihm natürlich auch mein Frame, den ich in den Wochen zuvor mühselig aufgebaut hatte. Witzigerweise war genau diese Freundin auch für den Stateeinbruch mitverantwortlich.

Einbruch von State und Frame, Teufelskreis beginnt

Wenn man bedenkt, dass ich vorher ein klasse Momentum hatte, das mir nahezu täglich neue Telefonnummern bescherte, fiel die Landung entsprechend hart aus. Ohne State und den Frame des Verführers, kamen meine Approaches needy oder gar creepy rüber. Folglich stieg die Rejection-Quote, sodass deutlich weniger Approaches überhaupt hookten, die Gespräche insgesamt weniger flüssig und spaßig waren und die Instant-Dates oder wenigstens Number Closes praktisch ausblieben.

Und wenn die Erfolge ausbleiben, verschlechtert sich der State weiter, von einem echten Frame ist bald nichts mehr übrig. Ein klassischer Teufelskreis eben, der nochmals unterstreicht, wie stark Verführung von Glauben an dich selbst, deine Fähigkeiten und deine Fertigkeiten abhängt.

Kontrolle über State und Frame etablieren und erhalten

Ich bin froh, dass ich mittlerweile weiß, dass jeder Player dieses Problem hin und wieder hat und dass diese Herausforderung auch zur Entwicklung zum Player dazugehört: Die Kontrolle über deinen State und deinen Frame  nicht nur zu gewinnen sondern auch zu bewahren.

Und gerade das Bewahren von State und Frame kann schon ohne Ereignisse von außen eine echte Herausforderung werden. Denn jeder von uns hat diese Stimmen in sich, die ihm immer wieder einreden, dass er nicht gut genug für diese Frau oder nicht gut genug für jene Frau ist.

Wenn dann aber auch noch äußere Ereignisse auf uns eintreffen, deren Wirkung auf unsere Gefühle wir uns nicht vollständig entziehen können, fallen das mühsam erarbeitete Selbstvertrauen und mit ihm State und Frame wieder in sich zusammen.

Erfolgserlebnisse schaffen schafft keine Erfolgserlebnisse

Aber wie will ich nun wieder in meinen guten State zurückkommen, damit ich meinen Frame langsam wieder etablieren kann? Der Teufelskreis muss durchbrochen werden. Zum Beispiel indem ich wieder ein Erfolgserlebnis schaffe. Aber ein Erfolgserlebnis zu schaffen, ist ja gerade das Problem: Ohne Confidence, State und Frame wirke ich auch entsprechend weniger sicher auf Frauen. Also fällt es mir deutlich schwerer, InstantDates oder Number Closes zu generieren. Die Erfolge bleiben damit aus und State und Frame verschlechtern sich weiter. Damit beschleunige ich den Teufelskreis also noch. Suboptimal…

externe Erfolgserlebnisse als zweischneidiges Schwert

Bei genauer Betrachtung zeigt sich auch, warum die vorgenannte Strategie nur unzureichend funktionieren kann: Indem ich ein externes Erfolgserlebnis als Notwendigkeit setze, um Selbstbestätigung zu generieren, meinen State zu reparieren und wieder zu pushen, passieren drei Dinge:

  1. ich mache meinen State, meinen Frame und schlussendlich auch mich selbst abhängig von einem externen Erfolgserlebnis,
  2. dieses externe Erfolgserlebnis kann ich (wenn überhaupt) nur bedingt beeinflussen und
  3. ich schaffe Outcomeabhängigkeit.

Damit spitze ich die Situation eigentlich nur noch zu: Ich setze ein externes Erfolgserlebnis als Bedingung für die Wiederherstellung meines States und Frames. Wenn dieses Erfolgserlebnis dann aber nicht eintritt, habe ich meinen State und meinen Frame sogar noch weiter verschlechtert.

externe Erfolgserlebnisse entziehen sich meinem Einfluss

Weiterhin kommt hinzu, dass ich den Eintritt des Erfolgserlebnisses nur bedingt beeinflussen kann. Schließlich sind die Erfolgserlebnisse Number Close und / oder Instant Date auch von der Frau abhängig, die ich angesprochen habe. Damit ist das Erfolgserlebnis nicht nur von mir und meinen Leistungen abhängig. Im Ergebnis mache ich mein Selbstvertrauen, meinen State, meinen Frame und letztlich mich selbst noch mehr von externen Faktoren abhängig. Und wieder gilt: Wenn diese Erfolgserlebnisse dann doch nicht eintreten, verschlechtert sich mein Zustand noch weiter.

Fokussierung auf externe Erfolgserlebnisse: Outcomeabhängigkeit

Und schlussendlich: Indem ich Instant Dates oder Number Closes als Erfolgserlebnisse, die meinen State wieder pushen sollen, definiere und verstehe und mich auf diese Ziele fokussiere, schaffe ich Outcomeabhängigkeit. Ich gehe damit mit einem konkreten, messbaren Ziel in den Approach. Und das ist Gift für jedwedes Game. Denn Outcomeabhängigkeit schafft Neediness. Klar, wenn ich mit der konkreten Absicht, ein messbares Ziel zu erreichen, in den Approach gehe, vermittle ich sofort wieder die Neediness, die ich eigentlich vermeiden möchte. Und Neediness ist noch größeres Gift für jedwedes Game.

Folglich kommen wir zu dem Ergebnis, dass den Erfolg erzwingen keine gute Möglichkeit ist, um den eigenen State wieder zu pushen und den angekratzten Frame zu reparieren.

Erfolge neu definieren 

Eine andere Möglichkeit, den Teufelskreis zu durchbrechen, ohne mich noch stärker von externen Faktoren abhängig zu machen, ist, Erfolgserlebnisse neu zu definieren. Anstatt also Number Closes und Instant Dates, die beide von einem Dritten abhängig sind, als Erfolgserlebnisse zu definieren, wähle ich Erfolgserlebnisse, die allein oder weitgehend von mir abhängig sind. Eine gute Wahl hierfür sind Approaches. Ob ich eine Frau approache oder nicht, hängt allein von mir ab und ob ich meine Ängste überwinde. Wenn ich mir also eine bestimmte Anzahl Approaches vornehme und auch durchführe, schaffe ich mir Erfolgserlebnisse, die mein Selbstvertrauen befördern und meinen State und Frame wieder verbessern.

Der Weg ist das Ziel

Genauso macht es Sinn, gute Gespräche mit Frauen wieder mehr als Erfolg zu werten, anstatt nur auf Number Closes oder Instant Dates fixiert zu sein. Indem ich ein gutes Gespräch als Erfolg definiere, schaffe ich ebenfalls ein Erfolgserlebnis, das weniger abhängig ist vom Mitwirken Dritter, und gleichzeitig Outcomeunabhängigkeit schafft. Denn ich erfreue mich nicht mehr nur noch am Resultat sondern bereits über den Weg dorthin. Und das ist wahre Outcomeunabhängigkeit.

Ich genieße also jeden Moment des Dialogs und der Kommunikation; ganz gleich, was mich auch erwartet, ich recke mich dem Unbekannten freudig erregt entgegen und kann kaum erwarten, was da kommen mag.

Indem ich meine gewünschten Erfolge neu definiere, schaffe ich also die Möglichkeit, eigenverantwortlich neue Erfolgserlebnisse zu generieren, die meinen State wieder pushen. Gleichzeitig stelle ich damit die Outcomeunabhängigkeit wieder her, die für erfolgreiches Game so unendlich wichtig ist.

State und Frame unabhängig von externen Faktoren

Neben der Neudefinition von Erfolgserlebnissen ist es aber auch wichtig, den eigenen State und Frame noch unabhängiger von externen Faktoren zu machen.

Ich meine, die Vorgänge sprechen praktisch für sich: Ein externes Ereignis hat meinen State und meinen Frame einbrechen lassen. Externe Erfolgserlebnisse habe ich als Bedingung gesetzt, um meinen State und meinen Frame zu reparieren. Kurzum: Es besteht immer noch eine große Abhängigkeit meines States und meines Frames von externen Ereignissen und Erfolgserlebnissen. An diesem Grundproblem kann auch die oben dargestellte Neudefinition von Erfolgserlebnissen erst einmal nichts ändern.

Der Schlüssel liegt vielmehr darin, (noch) weiter an meinem Selbstbewusstsein zu arbeiten, um eine solide Grundlage für State und Frame zu schaffen, die auch Erschütterungen durch externe Ereignisse noch besser standhält.

Wer über ein gesundes und ausgeprägtes Selbstbewusstsein verfügt, hat automatisch einen guten State und kann einen gewünschten Frame leichter etablieren.

Und um mein Selbstbewusstsein weiter zu entwickeln, werde ich den bisher eingeschlagenen Weg einfach weiter gehen und nötigenfalls intensivieren bzw. ausbauen.

Die bisherigen Veränderungen und Erfolge geben mir schließlich Recht: Von allen Seiten werde ich darauf angesprochen, wie glücklich und zufrieden ich mittlerweile wirke. Die meisten Mädels haben sich in der Vergangenheit einfach dadurch angezogen gefühlt, dass ich in ihrer Gegenwart so selbstbewusst und einfach ich selbst war.

Indem ich mein Selbstbewusstsein weiter aus mir selbst heraus entwickle und etabliere, wird Bestätigung von außen immer weniger wichtig und ich damit insgesamt immer unabhängiger.

zweigleisige Strategie: Entwicklung und Schutz

Nach meiner Erfahrung erfordert das prinzipiell eine zweigleisige Strategie. Einerseits muss das Selbstbewusstsein aus mir heraus entwickelt werden und andererseits muss es gegen Einwirkungen von außen abgeschirmt und nötigenfalls geschützt werden.

Gerade Letzteres erfordert, dass ich mir wiederum intensiv meinen Gefühlen und dem Einfluss, den äußere Faktoren darauf nehmen können, bewusst werde.

Ich setze mich also hin und denke darüber nach, warum es mir „schlecht geht“. Dass externe Ereignisse keinen Einfluss auf meine Realität und Selbstwahrnehmung haben. Dass ich nicht meine Gefühle und Gedanken bin, und dass ich diesen auch nicht hilflos ausgeliefert bin. Ich versuche also eine stärkere Trennung zwischen dem Auftreten externer Ereignisse und meiner inneren Wirklichkeit zu schaffen. Nur so kann ich meine Selbstwahrnehmung langfristig abschirmen und mein Selbstbewusstsein schützen.

Wichtig ist, dass ich jetzt nicht wieder anfange zu denken: “Ich kann jederzeit rausgehen und mir eine Neue suchen.“ Das mag zwar theoretisch stimmen, setzt mich aber wieder unter Druck, schafft Outcomeabhängigkeit und im Ergebnis wieder Neediness mit State- und Frameinbruch (siehe oben).

What if it was a gift?

Stattdessen neuer Ansatz: Ich versuche alle Vorteile des externen Ereignisses zu erkennen. Dr. Robert Glover formulierte es als „What if it was a gift?“ – Was wäre, wenn jedes scheinbar noch so ungünstige Ereignis eigentlich ein Geschenk ist?* Also versuche ich dem externen Ereignis das positive abzugewinnen. Wenn ich ein Mädchen verliere, das mir sehr ans Herz gewachsen ist, sage ich mir: „Mehr Zeit für mich, mehr Zeit für Training, mehr Zeit, um ein noch besserer Mann und Mensch zu werden. Damit kann ich bald noch tollere Frauen kennenlernen.“ – „What if it’s a gift?“

Jetzt überlege ich, was ich glaube, dass sie mir geben konnte, das ich mir noch nicht selbst gebe. Sie ist sanfter und verständnisvoller zu mir gewesen, als ich es gewesen bin – jemals. Ich glaube, das ist es, was mir an ihr besonders fehlt. Wenn ich überlege, wie hart ich mit mir ins Gericht gehe, seit ich das mit ihr beendet habe…

Und wenn ich überlege, wie sehr ich den Erfolg versucht habe zu erzwingen, dann erinnere ich mich schon fast selbst an meinen lieblosen Stiefvater. Dieser konnte nur über Angst und Härte „Motivation“ erzeugen. Ein Umstand unter dem ich bis heute zu leiden habe. Der Schlüssel zu einem gesunden Selbstbewusstsein und darauf fußendem Vertrauen liegt aber nun einmal nicht in einer Augen-zu-und-durch-Strategie, die Schmerz und Leid als notwendiges Übel auf dem Weg zum Erfolg versteht.

Ich bin sanft und verständnisvoll

Ich nehme mir daher vor, in Zukunft noch etwas verständnisvoller und sanfter mit mir selbst umzugehen.

Das von mir diagnostizierte Fehlen von Sanftheit und Verständnis würde auch erklären, warum meine Entwicklung beim Meditieren etwas schleppend vorangeht. Hier soll ja auch Sanftheit mit sich selbst der Schlüssel sein. Ich werfe mir immer zu schnell irgendwas vor und gebe damit meinem inneren Kritiker gleich wieder Futter. Was meinen State dann natürlich wieder belastet und mich keinen sauberen Frame etablieren lässt.

Und doch noch einmal die externen Faktoren

Es wäre aber illusorisch zu glauben, dass der eigene Selbstwert jemals vollkommen unabhängig von externen Faktoren werden könnte. Ich denke, das immer eine gewisse Fixierung auf äußere Faktoren bleiben wird. Und wahrscheinlich ist das auch gut so. Wenn man sich ganz und gar diesen verbreiteten Mechanismen entziehen könnte, würde man sich schlussendlich irgendwann wahrscheinlich in Gänze aus unserer existierenden Gesellschaft verabschieden. Ob das so erstrebenswert ist? Dann dürfte es jedenfalls mit dem Gamen auch schwieriger werden. 😉

Und so kann ich mir diese verbliebende Fixierung auf externe Faktoren ja auch zu Nutze machen: So kann ich jedes noch so kurze aber flirty Gespräch mit Kolleginnen nutzen, um mir meinen alten State wieder in Erinnerung zu rufen.

Denn auch Confidence und State haben eine Art Gedächtnis. Ähnlich wie das Muskelgedächtnis beim Kraftsport, das dafür sorgt, dass man einen einmal erreichten Status schneller wieder erreicht als beim ersten mal. Das heißt also, dass ich das in den letzten Monaten stückweise aufgebaute Selbstvertrauen auch deutlich schneller wieder erreichen werde.

Tatsächlich spüre ich schon heute eine signifikante Verbesserung zu gestern – und gestern verhält sich dabei praktisch genauso zu vorgestern. Mit anderen Worten: Es geht bergauf, aber schleppend. Geduld ist gefragt und Sanftheit. J Das heißt, man muss eigentlich nur den vormals begangenen Weg wieder gehen und sich daran erinnern, was man getan hatte, um den alten Stand einmal zu erreichen. Und den Erfolg somit (nur schneller) wiederholen.

Schluss

Ups und Downs sind auch im Player-Dasein normal. Außenstehende sehen immer nur die Erfolge, die man hat, und wissen selbstverständlich nicht um die Anstrengungen und Enttäuschungen auf dem Weg dorthin.

Da die Kunst der Verführung zu großen Teilen auf Glauben und Selbstvertrauen beruht, ist es eine nie endende Herausforderung im Leben eines Players, State und Frame nicht nur zu etablieren sondern auch zu erhalten – über alle Schwankungen der Umwelt und der inneren Wirklichkeit hinweg.

Den Teufelskreis (Schlechter State – keine Erfolge – noch schlechterer State) kann man nicht durchbrechen, indem man Erfolge erzwingt sondern indem man den eigenen Blick auf die Erfolge verändert: Ziele, die in der eigenen Macht liegen, heißt hierbei das Zauberwort. Outcomeunabhängigkeit vermeidet Neediness und erhält die Freude am Game und der Kommunikation mit Menschen.

Aber das große Ziel bleibt: Selbstvertrauen (weitgehend) unabhängig von externen Faktoren. Und an diesem Ziel gilt es weiterhin konsequent zu arbeiten, indem der von mir bereits beschrittene Weg konsequent weitergegangen wird.

Darüber hinaus bietet es sich an, die Perspektive auf das auslösende Ereignis (z.B. Trennung) auf die Probe zu stellen und den qualifizierten Versuch zu unternehmen, das externe Ereignis als glücklich zu reframen.
Für mich persönlich hat es sich im Falle von Liebeskummer als sinnvoll erwiesen, zu hinterfragen, was mir das betreffende Mädchen gegeben hat, das ich mir selbst noch nicht ausreichend gebe. Darauf, mir das in Zukunft selbst zu geben, sollte ich mich in diesem Fall mehr konzentrieren.

Und wenn alles nicht hilft, pushe ich meinen State, indem ich jeden Flirt und jeden Smalltalk im Alltag annehme und nutze.

(Visited 24 times, 1 visits today)

Ähnliche Beiträge

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *