Wie du eine Frau verführst, ohne sexuelle Erfahrungen zu haben

Eine Unterhaltung mit einem von mir sehr geschätzten Leser hat mich auf ein Problem gebracht, mit dem bereits früher viele Anfänger an mich herangetreten sind:
Viele – gerade jüngere – Anfänger haben das (scheinbare) Problem, dass sie ihrer Ansicht nach über keine oder nur sehr wenige sexuelle Erfahrungen verfügen und das als Hemmnis für die Verführung einer Frau empfinden. In diesem Artikel möchte ich daher einerseits die Bedeutung sexueller Erfahrung für die Verführungskunst klären und dir andererseits aufzeigen, ob und wie du das Fehlen sexueller Erfahrung überwinden kannst.

Definition “sexuelle Erfahrungen”

Vorab möchte ich mit dir allerdings den Begriff “sexuelle Erfahrungen” klären, um darauf im Verlauf des weiteren Textes wieder Bezug nehmen zu können.
Während der zweite Teil des Begriffs – also die Erfahrung – relativ leicht mit “schon mindestens einmal erlebt” bestimmt werden kann, fällt die Definition beim ersten Part nicht mehr ganz so einfach und wird daher eventuell ein wenig Diskussionspotential produzieren.
Da der Begriff “sexuell” eben bedeutet, dass es sich um eine Erfahrung mit Sex handelt, müssen wir den Begriff “Sex” weitergehend definieren.
Und hier scheiden sich auch schon die Geister: Während der eine unter Sex ausschließlich den Geschlechtsakt mit Penetration zwischen Mann und Frau betrachtet, sehen andere bereits jedwede sexuelle Handlung (einschließlich der Masturbation) als Sex an.
Im Folgenden möchte ich aber für die Definition dem laut Wikipedia allgemeinen Sprachgebrauch folgen und darunter jede sexuelle Handlung zwischen zwei oder mehr Personen verstehen und somit in erster Linie die Masturbation ausschließen.
Demnach ist sexuelle Erfahrung das mindestens einmalige Erleben einer sexuellen Handlung – die nicht zwingend in der Penetration bestehen muss – mit mindestens einer anderen Person.

Du hast bereits sexuelle Erfahrungen

Und darin besteht meistens schon der Knackpunkt: Viele Anfänger verstehen unter sexueller Erfahrung lediglich den Geschlechtsakt der Penetration und fixieren sich deswegen unnötig auf diesen. Wenn du aber bedenkst, dass der Begriff der sexuellen Handlung viel weiter auszulegen ist und schon deutlich frühere zärtliche Berührungen umfassen kann, verstehst du, dass sexuelle Erfahrungen viel eher mit einem fließenden Prozess zu vergleichen sind und sich keineswegs auf die Penetration allein beschränken. Deswegen fängt dieser gefühlte Makel der Abwesenheit sexueller Erfahrungen schon bei einem Missverständnis an:
Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hattest du schon Sex – und wenn es nur das erste vorsichtige Berühren des Oberarms einer Frau war, die du gerade auf der Straße angesprochen hast.
Wenn du also bisher noch nicht im engeren Sinne mit einer Frau geschlafen hast, ist das nichts Anderes als das Fehlen einer speziellen sexuellen Erfahrung und keineswegs das Fehlen jeglicher sexueller Erfahrung. Und somit kannst du dir auch klar machen, dass das Erfahren von Sexualität ein fließender Prozess ist, in dem du dich bereits befindest; wenn auch noch am Anfang.
Also: Du hast bereits sexuelle Erfahrung!

Sexuelle Erfahrungen bewirken sexuelles Selbstvertrauen

Im nun folgenden Abschnitt möchte ich der Bedeutung sexueller Erfahrung für den Verführungsprozess und insbesondere die Verführerqualitäten des Mannes nachgehen.
In der Pick Up- und Seduction-Community wird in diesem Zusammenhang viel von Sexual Confidence gesprochen, also einem sexuellen Selbstbewusstsein, das man aber eigentlich eher als sexuelles Selbstwertgefühl bzw. sexuelles Selbstvertrauen bezeichnen müsste.
Die Logik nach diesem Ansatz besteht darin, dass ein Mann, der viel und guten Sex hatte, diese Erfahrung und das in seine eigenen sexuellen Fähigkeiten gesammelte Vertrauen ausstrahlt und damit entsprechend (sexuell) selbstbewusster und fordernder bei Frauen auftritt. Mit einfachen Worten: Ein Mann, der viel und guten Sex hat(te), strahlt das aus und wirkt dadurch anziehender auf Frauen. Bis hierhin ist das eine These, die ich durchaus bestätigen und unterstützen kann.

Aber nicht nur sexuelle Erfahrungen

Im Umkehrschluss aber wird auch davon ausgegangen, dass jemand, der keinerlei sexuelle Erfahrung hat, auch nicht sexuell-selbstbewusst bei einer Frau auftreten kann. Frei nach dem Motto: Er hat es noch nie gemacht, also strahlt er es nicht aus. Die Logik scheint hier zu sein: Nur Übung macht den Meister.
Und so findet sich in Literatur und Film auch genau dieses relativ konkrete Bild eines Verführers wieder:
Er ist ein guter Verführer, weil er viele Frauen verführt hat. Und er hat viele Frauen verführt, weil er ein guter Verführer ist.
Wo ist da eigentlich der Anfang? Was war zuerst da? Die Verführungskunst oder der Verführungsakt?
Ich sehe hier nicht mehr als einen scheinlogischen Zirkelschluss.
Es stellt sich doch die Frage: Wie ist dieser große und erfahrene Verführer vorgegangen, als er noch gar keinen Sex hatte?
Ich glaube, das ist etwas, was in den Gedankengängen vieler Anfänger vernachlässigt wird. Auch ein Casanova hat einmal klein angefangen. Oder?
Und eigentlich widerspricht das o.g. Verständnis in der Pick Up-Community ihrem eigentlich sozialliberalen Ansatz (wobei die Betonung hier ganz klar auf liberal liegt), muss es zwingend im Rahmen der Möglichkeiten eines sexuell nahezu gänzlich unerfahrenen Anfängers liegen, sexuelles Selbstvertrauen trotz der Abwesenheit sexueller Erfahrungen anzutrainieren. Ganz im Sinne des Grundsatzes “Fake it, ’till you make it“.

Was kannst du tun?

Damit wird auch das sexuelle Selbstbewusstsein entmystifiziert und zu einem Entwicklungsfeld deiner Persönlichkeit. Das heißt, du kannst sexuelles Selbstvertrauen erlangen, ohne mit einer Frau geschlafen zu haben oder jegliche Sexualpraktiken zu kennen oder gar zu beherrschen.
Aber was kannst du tun, um an deinem sexuellen Selbstbewusstsein zu arbeiten?

  1. Bereite dich theoretisch vor
    Du hast diese Erfahrung schon in anderen Lebens- und Lehrbereichen gemacht: Wenn du dich an deine Schul-, Lehrzeit oder dein Studium erinnerst, wirst du dich auch daran erinnern, dass du durch das Erlernen von Theorie auch schon eine gewisse Kompetenz erlangst hast, ohne dass du diese theoretischen Kenntnisse bereits in praktischen Erfahrungen auf die Probe gestellt hattest. Auch wenn diese Kompetenz natürlich nicht die Qualität aufgrund praktischer Erfahrungen erlangter Kompetenz entspricht.
    Deswegen solltest du dich theoretisch mit Sexualität, Praktiken und Techniken beschäftigen, um quasi auf den Ernstfall vorbereitet zu sein. Es gibt Unmengen an Literatur zum Thema Sexualität, mit denen du dich beschäftigen kannst. Außerdem bietet heutzutage praktisch jedes Männermagazin eine mehr oder weniger regelmäßige Kolumne zum Thema Sexualität, sodass es heutzutage keinem Mann mehr schwer fallen sollte, ohne praktische sexuelle Erfahrung dennoch kompetent und selbstbewusst aufzutreten.
  2. Festige dein gesamtes Selbstbewusstsein bzw. Selbstvertrauen Weiterhin ist das sog. sexuelle Selbstbewusstsein nur ein Ausschnitt deines Selbstbewusstseins an sich. Jeder von dir forcierte Kontakt zu einer von dir als attraktiv empfundenen Frau darf in diesem Kontext als sexuell motiviert betrachtet werden. Ergo dreht sich die gesamte Disziplin der aktiven Verführung einer Frau um nichts Anderes als ein sexuell selbstbewusstes Auftreten gegenüber der Frau, das es eben notfalls zu simulieren gilt. Also arbeite an deinem gesamten Selbstbewusstsein durch Sport, Verwirklichung deiner Ziele, Pflege deines sozialen Umfelds und Meditation. Entwickle deine Persönlichkeit und dein Selbstbewusstsein!
    Un das sind ja genau die Grundsätze, um die es beim Pick Up gerade geht! Das sind die Grundpfeiler eines guten selbstbewussten Lebenswandels, der dich auch zu einem sexuelleren Wesen machen wird.
    Werde ein guter Mensch, dann wirst du selbstbewusst und damit auch sexuell selbstbewusst. Versteife dich nicht zu sehr auf das Erleben der praktischen Erfahrung, sondern versuche dich angemessen darauf vorzubereiten!
  3. Löse dich von der verspannten Fixierung auf den Sex!
    Du weißt doch: Je verspannter du bei irgendeinem Thema bist, desto schwieriger wird die Realisierung deiner Ziele.
    Betrachte stattdessen deinen Weg als das Ziel. Es geht darum, dass du dich entwickelst und du zu einem besseren Menschen wirst. So gesehen ist der Sex nur ein Abfallprodukt aus deiner gelungenen Selbstentwicklung.

Fazit

Ich möchte zusammenfassend noch einmal die wichtigsten Erkenntnisse darstellen.
Nach einer dem allgemeinen Sprachgebrauch entsprechenden Definition hast du bereits sexuelle Erfahrungen gesammelt. Dementsprechend sind sexuelle Erfahrungen auch als ein fließender Prozess zu betrachten, in welchem du dich bereits befindest.
Zwar bewirkt sexuelle Erfahrung das sog. “sexuelle Selbstbewusstsein”, sie ist aber nicht seine einzige Quelle.
Stattdessen ist das “sexuelle Selbstbewusstsein” nur ein Ausschnitt aus dem gesamten Selbstvertrauen und du solltest dieses stärken und ausbilden, um auch explizit sexuelles Selbstvertrauen zu erlangen.
Bilde dich theoretisch im Bereich der Sexualität fort, damit du sexuelles Selbstvertrauen erlangst!
Letztlich deckt sich all das auch mit meinen eigenen Erfahrungen. Auch ich war sehr fixiert darauf, das erste Mal mit einem Mädchen schlafen zu können und habe dabei den Weg dorthin manchmal gar nicht so richtig zu schätzen gewusst. Dabei ist dieser Weg eigentlich das, woran ich heute gerne zurückdenke. Als ich dann das erste Mal Sex (im engeren Sinne) mit einem Mädchen hatte, konnte ich gar nicht mehr verstehen, was daran jetzt so besonders gewesen sein soll.
Die wichtige Theorie und die Erfahrungen anderer habe ich erst in den Jahren danach genutzt, um besser zu werden und wirkliche Freude am Sex zu haben. Mit der Ausbildung eines (sexuellen) Selbstbewusstseins habe ich mir also viel zu lange Zeit gelassen. Aber diesen Fehler wirst du ja jetzt nicht mehr machen. :-)

 

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2 Gedanken zu „Wie du eine Frau verführst, ohne sexuelle Erfahrungen zu haben“

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