Familie und ihre Bedeutung für dich

Familie ist in der Männer Community immer mal wieder ein größeres Thema. Dabei fällt auf, dass die Bedeutung für den Einzelnen sehr unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Dieser Artikel geht der Frage nach, wie wichtig die Familie für einen Mann und seine Entwicklung ist.

früher: Familie um jeden Preis

In den frühen Zeiten der Community (bis 2010), als diese noch primär in Internetforen existierte, kamen immer mal wieder Texte auf, die die Familie als einen der Grundpfeiler im Leben eines Mannes darstellten. Ebenso gab es einen Text, der darauf bestand, dass nur ein Mann mit einem intakten Verhältnis zu allen seinen Familienmitgliedern wirklich Erfolg bei den besten Frauen haben könne.

Dass das Bullshit ist, brauche ich wohl kaum genauer auszuführen.

Familien sind oftmals dysfunktional

Zwar ist Familie natürlich unser Ursprung und idealerweise ein ewiger Rückzugsort in schwierigen Zeiten. Doch leben wir heute schon lange nicht mehr in einer Welt, in der Familien so gut und gesund gedeihen können wie in der Vergangenheit. Stattdessen sind natürlich auch die eigenen Familienmitglieder oftmals von Hamsterrad und anderen Systemfehlern soweit manipuliert worden, dass ein normales Miteinander gar nicht mehr möglich ist. Unwissenheit kann ein Segen sein…

Realität: Familienprobleme allgegenwärtig

Und letztlich wurden diese Artikel (obwohl anfangs teilweise unkritisiert für absolut wahre Münze genommen) auch vom Zeitgeist überholt. Wer heute bei Google „Pick Up Forum Familie“ eingibt, wird überhäuft mit Ergebnissen, die sich eher um toxische Familienbeziehungen drehen.

Und das deckt sich auch absolut mit meinen Erfahrungen aus den Coachings: Es gibt FAST KEINEN Student, der nicht in irgendeiner Form unter problematischen Familienkonstellationen gelitten hätte. Ich würde sagen, dass das in mindestens 75% der Coachings der Fall ist.

Bandbreite der Fehlfunktionen

Dabei reichen die Probleme von eher harmloseren

Mein Vater ist so wahnsinnig erfolgreich; da kann ich nie im Leben mithalten.

Student

bis hin zu zutiefst toxischen Familienbeziehungen

Meine Eltern haben mir nie das Gefühl gegeben geliebt zu werden, wertvoll zu sein, mich entwickeln zu dürfen…etc.

diverse Students

alles dem Student aufbürden

Wenn es nach den alten Lehrern der Pick Up Szene ginge, sollte man auch den härteren Fällen raten, unbedingt ihre Familienbeziehungen aufzuarbeiten und zu kitten. Was für eine Last damit einem Student aufgebürdet wird, der sowieso schon genug damit zu tun hat, sein gesamtes Weltbild dank Pick Up über den Haufen zu werden, kann man sich in etwa vorstellen.

Man bedenke: Die meisten Student kommen mit einem Mindset ins Lair, dass ungefähr so aussieht:

Jetzt lerne ich erstmal dieses Element und dann dieses und dann bin ich irgendwann gut genug für Frauen.

diverse Student

Meine Kollegen und ich verbringen gerade mit diesen Flaws dann sehr viel Zeit. Wir müssen den Student dazu ermutigen, aktiv zu werden, bevor er sich für gut genug hält. Denn Letzteres wird erstmal nicht so schnell der Fall sein. Und wenn er das erstmal realisiert, wird die Ansprechangst nur noch schlimmer.

Wenn er dann auch noch hört, dass er erst seine Familie kitten sollte (für die er ja als Kind gar nichts kann), ehe er sich Frauen vorzeigen darf, könnten wir sämtliche Bootcamps direkt wieder beenden, weil keiner der Student noch motiviert wäre.

Daher kostet es viel Zeit, solche Irrtümer hinterher wieder gerade zu ziehen im Kopf des Students.

Meiner Meinung nach fehlt es in der Szene eher an hilfreichen Programmen um den (wenigstens temporären) Ausstieg aus toxischen Familienkonstellationen zu erleichtern. Ich denke, wir sollten hier vielleicht mal über eine WG-Suche-Plattform nachdenken, die sich an Community Members wendet.

Denn zwei Dinge konnte ich in den letzten Jahren immer wieder beobachten:

  1. Die Distanzierung von einer toxischen Familie hat noch jedem Student einen gigantischen Leistungssprung gebracht.
  2. Diese Distanzierung lief am leichtesten für alle Beteiligten ab, wenn der Student mit einem anderen Community-Mitglied eine WG bildete.

Ergebnis

Familie ist für einen Mann zweifellos immer noch enorm wichtig. Familie ist das, woher wir kommen und im Idealfall immer zurückkehren können sollten. Aber genau das ist in toxischen Familien eben gerade weder sinnvoll noch möglich. Wer sich weiter entwickeln möchte, muss sich von allen toxischen Beziehungen lossagen – nötigenfalls auch von der eigenen Familie.

Die Entwicklungssprünge der Student nach dem Wegfall toxischer Familienbeziehungen bestätigen diese Feststellung.

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