Abitur oder Mittlere Reife?

Noch vor dem eigentlichen Beginn der Karriere steht der Abschluss der Schule. Aber schon hier stellt sich die Frage nach dem richtigen Abschluss. Ist es nun besser, auf jeden Fall das Abitur anzustreben? Oder ist dem einen oder anderen mit der Mittleren Reife besser gedient? Diese Fragen will ich für dich in diesem Artikel etwas näher beleuchten.

Abitur oder Mittlere Reife
Abitur oder Mittlere Reife? (Quelle: Flickr, Leo Hidalgo)

Abitur für angesehene Berufe

Wer an das Abitur denkt, bringt es beinahe automatisch mit Studium und angesehenen Berufen wir Arzt oder Anwalt in Verbindung. Aber auch höchste Positionen in Wirtschaft oder Verwaltung scheinen ohne Abitur und anschließendes Studium undenkbar. Aber ist dem auch wirklich so?

Studium ohne Abitur

Fakt ist, dass das Abitur als einziger Schulabschluss in Deutschland den Zugang zu allen Hochschulen und Studiengängen (Ausnahme: Numerus Clausus) ermöglicht.
Allerdings ist das Studium in Deutschland auch ohne Abitur unter bestimmten Voraussetzungen möglich (Link Beispiele): So führt eine Mittlere Reife in Kombination mit einer Berufsausbildung und Meisterbrief bzw. einschlägiger Berufserfahrung auch zu der Berechtigung an einer Fachhochschule zu studieren. Mittlerweile bieten sogar einige Universitäten ein reguläres Studium ohne Abitur an.

Es ist allerdings dazu zu sagen, dass das Studium in diesen Fällen zum einen auf die Fachrichtung beschränkt ist, in der der Studienbewerber bereits berufliche Erfahrungen gesammelt hat. Und zum anderen Zulassungsprüfungen absolviert werden müssen, die oftmals ohne Abiturwissen schwierig zu bestehen sind.

Lebenseinkommen

Finanziell hingegen wird oft argumentiert, dass der frühere Schulabschluss einen früheren Eintritt ins Berufsleben und damit auch mehr Lebenseinkommen garantiere.
Wie sich aber mittlerweile gezeigt hat (Quelle: Focus, 28.01.2014), ist dem aber gerade nicht so. Das heißt, höhere Bildungsabschlüsse werden auch mit höherem Lebenseinkommen belohnt.

Das muss aber natürlich nicht zwangsläufig so sein und gerade Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel:
So scheint gerade aktuell in Zeiten großer Wirtschaftskrisen und wankender Konzernriesen das Handwerk und der kleine Mittelstand Aufwind zu bekommen.

Mittlere Reife für Frühstarter

Und so ist es gerade aktuell und in der Zukunft denkbar, dass ein beruflich früh erfahrener Real Gentleman in Handwerk, Wirtschaft oder sogar der eigenen Selbständigkeit viele seiner Altersgenossen mit Abitur und Studium überflügeln kann.
Wer also bereits in relativ jungen Jahren weiß, in welcher Fachrichtung er sich beruflich entwickeln will (z.B. durch elterlichen Handwerksbetrieb und Familienunternehmen), kann mit der Mittleren Reife und einer anschließenden Berufsausbildung frühzeitiger in die richtige Richtung starten.

Abitur für Spätentschlossene

Für diejenigen hingegen, die sich eher noch zwei bis drei Jahre in der Schule orientieren oder eventuell später sogar noch den Studiengang wechseln wollen, ist die Mittlere Reife aber keine gute Wahl. Zu früh werden hier Weichen gestellt und zu schwierig sind vorgefertigte Laufbahnen wechselbar.
Und das Risiko, einer gänzlich fachfremden Selbständigkeit, sollte nicht unterschlagen werden.
Nein, in diesem Fall ist das Abitur auch eine gute Orientierungsphase in der Schule. In dieser können noch einmal Talente und Interessen  ausgelotet und zukünftige Berufsausbildungen oder Studiengänge getestet werden.
Und bestimmte Berufe bleiben eben einfach den Abiturienten vorbehalten. Daher sollte vor Antritt einer Berufsausbildung oder eines Studiums wohl überlegt sein, in welche Richtung es gehen soll.

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