Affäre am Arbeitsplatz

Sekretärin mittleren Alters - Affäre am Arbeitsplatz?
Foto: Flickr, Ann Larie Valentine (Quelle: https://www.flickr.com/photos/sanfranannie/2994724384/in/photostream/)

Wie du ja schon weißt, beschäftige ich mich hier auf meiner Seite unter anderem mit den Themen „Karriere“ und „Frauen“. Da stellt sich doch eigentlich die Frage, warum du nicht gleich beides miteinander verbinden und eine Affäre am Arbeitsplatz beginnen sollst? Wenn du schon darüber nachgedacht hast, befindest du dich in bester Gesellschaft:
Einer Umfrage der Forsa im Auftrag des Business-Netzwerks Xing zufolge, hatten 20% der 18-29 jährigen bereits einmal eine Affäre am Arbeitsplatz und weitere 30% sind ihr gegenüber wenigstens aufgeschlossen.

viel Zeit und Gemeinsamkeiten

Auf den ersten Blick scheint eine Affäre am Arbeitsplatz keine schlechte Lösung zu sein:
Zuerst einmal wird dir die (für viele Männer große) Hürde des Ansprechens von Frauen genommen. Denn da du als durchschnittlicher Arbeitnehmer sowieso viel Zeit auf der Arbeit verbringst und du mit deinen Kolleginnen die große Gemeinsamkeit „Job“ hast, kommst du fast automatisch ins Gespräch. Von der Ansprechangst eines direkten Ansprechens auf der Straße bist du damit meilenweit entfernt. Auch wenn das „Ansprechen“ im Büro noch eine gewisse Aufregung mit sich bringen kann.
Die gemeinsame Arbeit und Projekte lassen Nähe und Gemeinsamkeit entstehen, die in manchen Unternehmen von den Chefs sogar gezielt gefördert wird. Im Sinne des Teams natürlich.
Interessant ist sicherlich auch, dass dir deutlich mehr Zeit bleibt: Du musst nie alles auf eine Karte setzen, sondern kannst Anziehung und Vertrauen über einen längeren Zeitraum gezielt und schrittweise aufbauen.
Tatsächlich kannst du das Mädchen dadurch auch länger auf ihre Vor- und Nachteile hin überprüfen.

ernsthafte Beziehung

Auch Frauen wissen das: Gerade das weibliche Geschlecht bevorzugt nach meiner Erfahrung Partner aus ihrem sozialen Umfeld, also ebenso dem Kollegenkreis.
Insgesamt wird die Affäre am Arbeitsplatz also nicht selten zum „Partner am Arbeitsplatz“. Denn neben dem Freundes- und Bekanntenkreis ist der Beruf der zweit wichtigste Ort des Kennenlernens geworden.
Das erscheint mir logisch: Denn der Arbeitsplatz bietet eben auch die Möglichkeit aus einer Freundschaft eine Affäre oder sogar ernsthafte Beziehung entstehen zu lassen.

Konkurrenz und Bürofrieden

Dennoch gibt es gewichtige Gründe, die gegen eine Affäre am Arbeitsplatz sprechen.
Früher oder später werden deine Kollegen Wind davon bekommen. Und unfreiwillig Mitwisser in so einer delikaten Angelegenheit zu haben, ist nie gut. Besonders nicht, wenn deine Kollegen auch deine Konkurrenten um Beförderungen und Gehalt sind.
Im Falle einer Trennung ist es anstrengend und schwer, deiner Ex aus dem Weg zu gehen. Wenn ihr dann auch noch beide in der gleichen Abteilung oder gar im gleichen Büro arbeitet, ist Unfrieden fast vorprogrammiert. Wenn dieser auf deine Arbeitsleistungen durchschlägt, kann deine Karriere einen empfindlichen Dämpfer erfahren.

Kündigungsgrund

Wenn dein Chef von deinem Techtelmechtel am Arbeitsplatz erfährt, kann die Sache noch einmal unangenehmer werden:
So ist eine Affäre am Arbeitsplatz für sich zwar noch kein Kündigungsgrund, aber dein Arbeitsverhältnis darf unter dieser natürlich auch nicht leiden.
Wenn du also sowieso schon ein Dorn im Auge deines Chefs oder ihm vertrauter Kollegen warst, wird eine Verschlechterung deiner Arbeitsleistung vielleicht schnell gefunden werden, als du denkst.
Vorsicht auch bei Über- oder Unterordnungsverhältnissen: Auch die Liebe zwischen Chef und Mitarbeiterin ist grundsätzlich nicht verboten oder Kündigungsgrund. Aber: Du machst dich schnell erpressbar und es könnte dir im Zweifel schwer fallen, Einvernehmlichkeit nachzuweisen.
Das Gleiche gilt natürlich in verschärfter Form bei Ausbildungsverhältnissen, da hier noch die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers erschwerend hinzu kommt.

verheiratet

Auch von einer Affäre am Arbeitsplatz mit einer verheirateten Kollegin möchte ich dir abraten:
Die Gefühle, die bei solchen Konstellationen im Spiel sind, sind schwer zu beherrschen und Ablenkung von deinen Zielen in Beruf und Karriere ist fast selbstverständlich.
Außer dem ist der Ehepartner in der Regel den Kollegen bekannt und somit auch ein Teil deines Arbeitsumfelds. Sobald deine Kollegen von deiner Affäre etwas erfahren haben, schwebst du in der ständigen Gefahr, das ihr Ehepartner etwas mitbekommt.

Partner auf Arbeit

Insgesamt halte ich die kurzfristige Affäre am Arbeitsplatz für die ungünstigste Variante einer Affäre: Das Risiko von Konsequenzen für die berufliche Entwicklung wäre mir einfach zu hoch. Zusätzlich könnte das Problem, die Ex ständig auf dem Gang zu treffen oder sogar im eigenen Büro sitzen zu haben, zu einer echten psychischen Belastung werden.
Die Voraussetzungen für eine ernsthafte Partnerschaft schätze ich hingegen als nahezu ideal ein: Ihr kennt euch schon länger, seid vielleicht sogar schon Freunde geworden und kennt sogar die Macken des jeweils anderen.
Allerdings offenbaren sich die wirklichen Macken sowieso erst in einer intensiveren Beziehung. So hat der Partner am Arbeitsplatz immer noch neue, andere Macken, die die Affäre am Arbeitsplatz noch nicht hatte. 🙂
Auch fehlt der Ausgleich zur Beziehung: Wenn du deine feste Freundin jeden Tag im Büro siehst, wird es schwer sein, die Vorfreude auf einen gemeinsamen Abend hoch zu halten. Wenn keine Abwechslung zur Partnerschaft gefunden werden kann und auch noch die partnerschaftliche Routine einkehrt, sind auch die letzten Illusionen zerstört.

Also sprich lieber wieder Frauen auf der Straße an! 🙂

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