Facebook Closen für Anfänger

Heute habe ich ein bisschen Daygame in Limassol gemacht. Wobei “Daygame” heutzutage komisch klingt im Vergleich zu dem, was wir noch vor etwas mehr als einem Jahr gemacht haben. Die Bedingungen sind naturgemäß immer noch nicht optimal. Das liegt weniger an den Masken als vielmehr daran, dass enfach viel weniger Menschen und dementsprechend auch viel weniger Frauen draußen sind. Daher kann man in einer bestimmten Zeit logischerweise nur weniger Sets machen. Allerdings muss man sagen, dass jede Veränderung positive wie negative Seiten hat: So sind zwar weniger Mädchen unterwegs, diese scheinen aber insgesamt rezeptiver – also ansprechbarer. Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass der – im Daygame klassischerweise sowieso eher geringe – Wettbewerb seit Corona quasi pulverisiert wurde. Oder in einfacheren Worten gesprochen: Kein anderer Mann spricht im Moment Frauen an. Wenn man also eine anspricht, stehen die Chancen meistens ziemlich gut. 

Die Regeln des Spiels – eines sozialen Spiels, wie wir uns erinnern – haben sich allerdings ein wenig verändert: Die Maske ist nun ein Teil dieses Spiels geworden. Während ich – nach wie vor – den Nutzen der Masken als eher beschränkt ansehe, trage ich sie dennoch brav – zumindest unter dem Kinn – und setze sie auch erst einmal voll auf, wenn ich ein Mädchen anspreche. Erst wenn sie ihre Maske abnimmt oder nicht aufzieht, ziehe ich meine im Gesprächsverlauf ab. Ich würde es als unhöflich oder sogar asozial erachten, die (mögliche) Angst eines anderen Menschen nicht ernst zu nehmen. Und wer sieht, was die Medien den Menschen für eine Angst eingeredet haben, sollte diese dann auch ernst nehmen, finde ich. 

Die Regeln werden hier in Zypern insgesamt lockerer genommen – so wie so ziemlich alle Regeln. Wenn irgendwo “Nicht Parken!” steht, schaut man danach, ob andere Autos schon geparkt haben. Wenn die Regel lautet “Maske aufsetzen!”, schaut man danach, ob andere Menschen die Maske aufhaben. Und wenn ja, wie viele bzw. in welchem Verhältnis. Insgesamt erkennt man hier in Zypern schon sehr deutlich, dass man nicht mehr in einem Bevormundungsstaat bzw. in einer Bevormundungsgesellschaft lebt. Es geht keiner Seite darum, die andere zu belehren. Stattdessen verfährt man noch deutlich stärker nach der Devise: “Leben und leben lassen!” Das schont die Nerven und ist wahrscheinlich mit eine Ursache dafür, dass die Menschen länger leben. Das griechische Lebensmotto “Siga, siga!” (übersetzt etwa “Immer mit der Ruhe!”) lernt man hier schon innerhalb der ersten Wochen. Insofern bin ich glücklich, dass ich den Auftrag hier angeommen habe und vorerst hier bleiben werde. Deutschland ist in den letzten Jahren immer frecher und ungehöriger gegenüber Menschen wie mir geworden, die jahrzehntelang Steuern und Sozialabgaben bezahlt haben. Auch in meinem Umfeld konnte ich immer öfter sehen, dass immer mehr gearbeitet und weniger verdient wurde – es sei denn, man hatte sich selbstständig gemacht (wie ich) und konnte somit nach eigenen Regeln spielen. Insoweit sind sich das Spiel der Liebe und das Spiel des Business eben sehr ähnlich: Gibst du dich mit den Brotkrumen zufrieden, die vom Tisch der Großen fallen – oder spielst du lieber nach deinen eigenen Regeln? Ich habe mich für die Sonneninsel ohne Winter entschieden. 🙂

Heute habe ich in einer Stunde nur ein Set gemacht (HB8/25), aber es wieder viel Spaß gemacht. Sie trug ihre Maske am Arm und war ein Eichhörnchen, Master-Studentin aus Griechenland, das in die Kategorie Partygirl fällt. Ich habe sie direkt geöffnet, was hier auf Zypern bisher ziemlich gut funktioniert – wesentlich besser als in Deutschland, wo ich eher indirect-direct geöffnet habe. Ich habe einen Pre-Opener verwendet und das Set hat nach der direkten Eröffnung sofort den Hook-Point erreicht. Sie war auf dem Weg, sich mit einer Freundin zu treffen, damit blieb das Set leider knapp unter 10 Minuten. Beim logistischen Teil habe ich leider einen Fehler gemacht, da ich sie auf Facebook closen musste und nicht auf Annehme meiner Freundschaftsanfrage gedränt habe. Damit dürften meine Nachrichten versanden, bevor sie sie überhaupt zu Gesicht bekommt. Aber egal, es geht ja ums Spielen und den Spaß an der Sache. 🙂

Morgen werde ich wahrscheinlich die Strandpromenade von Larnaca wieder in Angriff nehmen. Das ist schon zu einer kleinen Tradition geworden. Vielleicht sehen wir uns ja. 😉

This Post Has 2 Comments

  1. Carolin Borde

    Tja, du weißt halt einfach, wo man jetzt sein müsste.
    “once upon a time in cyprus…”

    1. oliverjordanovarcorde

      “I’ll never be alone,’cause you are Limassol.” 😀

      Viel Spaß beim Lesen!

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